[Folgentitel]

Alles zur Betreutes Fühlen-Folge

[Beschreibungstext Folge]

Gleich anhören:

[Podimo, iTunes & Spotify verlinken]

Gwendoline Smith – die Expertin zum Thema »Overthinking«

In ihrem Buch »The Book of Overthinking: How to Stop the Cycle of Worry« beschreibt die klinische Psychologin und neuseeländische Bestsellerautorin Gwendoline Smith in klarer und einfacher Sprache positives und negatives Grübeln, die Wahrheit über Sorgen und wie man mit den »Gedankenviren« umgeht, die einen zurückhalten. Ihre Herangehensweise stützt sich auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und kognitive Verhaltenstherapie.

Die Website von Gwendoline Smith findest Du
hier.

Grübeln als Folge der Happiness-Gesellschaft? – Studie

Eine Studie unter der Leitung der klinischen Psychologin Lucy McGuirk von der University of New South Wales konnte zeigen, dass wir mehr Grübeln, wenn Glück und Positivität als höchstes Gut betont werden.

Hundertsechzehn australische Student:innen setzten sich dafür an unlösbare Anagramm-Aufgaben. Eine Gruppe war dabei in einem neutralen Raum ohne Deko mit kahlen, weißen Wänden. Die andere Gruppe erledigte die Aufgaben in einem Raum, der tapeziert war mit Motivationspostern und Sprüchen zum positiven Denken. Bücher à la »Wie werde ich glücklich in 30 Tagen« lagen rum und die Versuchsleitung wurde nicht müde zu betonen, wie wichtig es sei, jegliche Negativität im Leben loszulassen. Kurz: Ein Raum voller übertriebener Happiness.

Was macht das jetzt mit einem, wenn man versagt, also die Aufgaben nicht lösen kann? Wir grübeln mehr über unseren Misserfolg. Zumindest war das bei den Versuchspersonen der Fall. Im Gegensatz zu den Leuten im neutralen Raum, dachten die im Happiness-Raum später mehr über ihre Fehler nach.

Das heißt, je mehr Gewicht auf Positivität und Happiness liegt, desto schlimmer empfinden wir Scheitern und machen uns viele Sorgen darüber.

Overthinking schadet mehr als es nützt

Grübeln und Sorgen machen schadet uns langfristig, auch wenn es uns kurzfristig Kontrolle zu geben scheint. Längsschnittstudien haben gezeigt, dass vermehrtes Grübeln Depression, Angst, Bulimie und des Drogenmissbrauchs vorhersagen können.

Wenn Grübeln zudem mit einer
mentalen Inflexibilität einhergeht, ist kein Platz mehr im Kopf fürs lösungsorientierte Denken, wie eine Studie an der University of Colorado zeigte.

Emotional Cascade Model – Ein Zyklus aus Grübeln und negativen Emotionen

Das von der Chaostheorie beeinflusste »Emotional Cascade Model« geht davon aus, dass Grübeln und negative Emotionen sich gegenseitig beeinflussen und sich mit der Zeit verstärken.

Das heißt, nach dem Emotional Cascade Model führt die wechselseitige Beziehung zwischen negativer Emotion und dem Grübeln zu einer
»Emotionskaskade«, die in der Regel durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst wird.

Dieses Ereignis führt dazu, dass die Person anfängt, intensiv zu grübeln. Das löst gleichzeitig Emotionen aus.
Je mehr man darüber nachdenkt, desto schlechter fühlt es sich an. Mit zunehmender Intensität der Emotion wird es immer schwieriger, die Aufmerksamkeit von den Sorgen abzulenken. Unser Fokus bleibt bei unseren Emotionen und unseren Gedankenkarussell. So entsteht ein Zyklus, der Grübeln und negative Gefühle gegenseitig immer weiter verstärkt.

Warum erscheinen uns Sorgen nachts schlimmer?

Der Spektrum-Artikel von Jürgen Zulley beschreibt anschaulich und wissenschaftlich fundiert, warum unsere Sorgenschleifen dann am stärksten sind, wenn wir eigentlich schlafen wollen.

Der
deutsche Schlafforscher Dr. Hans-Günter Weeß sagt dazu im Bild-Interview»Wir verfallen nachts in eine Art Depression.«

Expertentipps gegen Grübeln

Das Buch »Grübeln: Wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst« bietet zahlreiche Tools, die dir gegen Sorgenschleifen helfen. Geschrieben von Dr. Tobias Teismann ist es nicht nur praktisch, sondern auch wissenschaftlich auf dem neuesten Stand der Forschung. Der Psychotherapeut und Leiter des Zentrums für Psychotherapie in Bochum schreibt einfach und übersichtlich über das Grübeln, einen seiner langjährigen Forschungsschwerpunkte, und bietet neben Übungen, auch zahlreiche Fallbeispiele, die das Ganze noch alltagsnaher gestalten.

Geräuschkulisse stoppt Gedankenchaos – kostenloses Aufmerksamkeitstraining zum Downloaden

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit bewusst trainieren und kontrollieren, dann können wir das auch mit unseren (Grübel-)Gedanken tun.

Und genau dafür hat Prof. Adrian Wells, ein britischer, klinischer Psychologe ein Aufmerksamkeitstraining – die
Attention Training Technique – entwickelt.

Bei diesem Training werden über 10 bis 15 Minuten sechs bis neun Alltagsgeräusche unterschiedlicher Lautstärke gleichzeitig dargeboten werden.
Die Aufgabe besteht nun darin, sich auf jeweils ein Geräusch zu konzentrieren und alle anderen Geräusche auszublenden.


Das
Original-Aufmerksamkeitstraining nach Adrian Wells gibt’s nach kostenloser Registrierung zum Download in deutscher Sprache auf der Website Metakognitive Therapie von der Arbeitsgruppe rund um Prof. Dr. Ulrich Schweiger am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck.

>